BAFA-Förderung für EMS und Batteriespeicher: So verbessert Energiemanagement die Wirtschaftlichkeit
Energie wird für Unternehmen zunehmend zu einem strategischen Thema. Steigende Kosten, der Ausbau eigener Photovoltaikanlagen, neue Ladeinfrastruktur und ein wachsender Strombedarf sorgen dafür, dass die Energieversorgung am Standort immer komplexer wird. Gleichzeitig wächst das Interesse an Batteriespeichern, mit denen sich selbst erzeugter Strom flexibler nutzen und Lastspitzen reduzieren lassen.
Zusätzlichen Anreiz bietet aktuell die BAFA-Förderung für Energiemanagementsysteme (EMS). Unternehmen können Investitionen in EMS sowie zugehörige Mess-, Steuer- und Regelungstechnik unter bestimmten Voraussetzungen fördern lassen. Je nach Unternehmensgröße sind dabei Förderquoten von bis zu 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten möglich.
Damit rückt eine Frage stärker in den Mittelpunkt: Wie lassen sich Speicher, PV-Anlage, Verbraucher und Ladeinfrastruktur so miteinander verbinden, dass die vorhandene Energie möglichst wirtschaftlich genutzt wird?
Ein Energiemanagementsystem schafft dafür die Grundlage. Es erfasst die Energieflüsse am Standort, analysiert Verbrauch und Erzeugung und steuert die angeschlossenen Komponenten anhand der jeweiligen Anforderungen. Besonders in Verbindung mit einem Batteriespeicher entstehen dadurch verschiedene Möglichkeiten, Energiekosten zu reduzieren und vorhandene Flexibilität gezielt einzusetzen.
Warum Energiemanagement für Unternehmen immer wichtiger wird
Viele Unternehmen haben ihre Energieinfrastruktur in den vergangenen Jahren schrittweise erweitert. Zunächst wurde beispielsweise eine Photovoltaikanlage installiert, später kamen Ladepunkte hinzu und schließlich entstand die Überlegung, einen Batteriespeicher einzusetzen.
Mit jeder zusätzlichen Komponente steigen jedoch auch die Anforderungen an die Steuerung des Gesamtsystems. Die PV-Anlage erzeugt abhängig von Tageszeit und Wetter unterschiedlich viel Strom. Gleichzeitig verändert sich der Verbrauch im Betrieb. Maschinen laufen zu bestimmten Zeiten, Fahrzeuge werden geladen und kurzzeitige hohe Leistungen können Lastspitzen verursachen.
Ein Batteriespeicher kann in solchen Situationen zusätzliche Flexibilität schaffen. Überschüssige Energie lässt sich zwischenspeichern und später wieder nutzen. Entscheidend für den wirtschaftlichen Einsatz ist dabei der richtige Zeitpunkt.
Ein Speicher, der zum falschen Zeitpunkt geladen oder entladen wird, kann vorhandene Potenziale nur eingeschränkt nutzen. Deshalb beginnt ein wirtschaftliches Speicherkonzept bereits bei der Frage, wie die Energieflüsse am Standort tatsächlich aussehen.
Genau hier kommt das Energiemanagementsystem ins Spiel.
Das EMS führt Informationen zu Verbrauch, Erzeugung, Speicherzustand, Ladeinfrastruktur und Netzbezug zusammen. Dadurch wird sichtbar, wann Energie benötigt wird, wann Überschüsse vorhanden sind und welche Lasten am Standort entstehen. Auf Basis dieser Daten kann die Steuerung anschließend auf die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens ausgerichtet werden.
Wie EMS und Batteriespeicher zusammenspielen
Welche Betriebsstrategie sinnvoll ist, hängt immer vom jeweiligen Standort ab. Ein Unternehmen mit einer großen PV-Anlage hat andere Anforderungen als ein Produktionsbetrieb mit hohen Leistungsspitzen oder ein Standort mit umfangreicher Ladeinfrastruktur.
Ein Energiemanagementsystem berücksichtigt diese Unterschiede und steuert den Batteriespeicher entsprechend.
Steht beispielsweise mittags mehr PV-Strom zur Verfügung, als im Unternehmen aktuell benötigt wird, kann die überschüssige Energie im Batteriespeicher aufgenommen werden. Steigt der Verbrauch später wieder an, steht die gespeicherte Energie für den eigenen Betrieb zur Verfügung. Dadurch kann sich der Anteil des direkt genutzten PV-Stroms erhöhen und der Netzbezug reduzieren.
Auch bei Lastspitzen kann ein Batteriespeicher eine wichtige Rolle spielen. Treten im Betrieb kurzzeitig hohe Leistungen auf, kann das EMS den Speicher gezielt einsetzen, um einen Teil der benötigten Energie bereitzustellen. Dieses sogenannte „Peak Shaving“ kann dazu beitragen, Leistungsspitzen am Netzanschlusspunkt zu reduzieren.
Mit dem Ausbau von Ladeinfrastruktur entstehen weitere Anforderungen. Mehrere gleichzeitig ladende Fahrzeuge können den Energiebedarf am Standort deutlich erhöhen. Ein EMS kann die Ladeprozesse mit dem übrigen Verbrauch, der verfügbaren PV-Leistung und dem Speicherzustand abstimmen. So lässt sich die vorhandene Netzanschlussleistung gezielter nutzen.
Auch zeitvariable Strompreise können in die Betriebsstrategie einbezogen werden. Je nach Tarif und technischer Auslegung kann das Energiemanagement berücksichtigen, zu welchen Zeiten Energie bezogen oder gespeichert werden soll.
In vielen Projekten werden mehrere dieser Anwendungen miteinander kombiniert. Der Batteriespeicher kann dann beispielsweise gleichzeitig für Eigenverbrauchsoptimierung, Peak Shaving und Ladeinfrastruktur vorgesehen werden.
Das EMS übernimmt dabei die Koordination und legt anhand der definierten Betriebsstrategie fest, wie die verfügbare Speicherkapazität eingesetzt wird.
Gerade dieser Multi-Use-Betrieb kann für Unternehmen interessant sein, weil ein Speicher dadurch mehrere Aufgaben innerhalb der Energieinfrastruktur übernimmt. Welche Kombination wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich jedoch erst beurteilen, wenn Lastprofile, Stromkosten, PV-Erzeugung und geplante Anwendungen gemeinsam betrachtet werden.
Welche Rolle spielt die BAFA-Förderung für Energiemanagementsysteme?
Neben den möglichen Einsparungen im laufenden Betrieb kann auch die BAFA-Förderung die Wirtschaftlichkeit eines Projekts beeinflussen.
Über die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft werden Unternehmen bei Investitionen unterstützt, die ihre Energieeffizienz verbessern. Für Energiemanagementsysteme ist insbesondere Modul 3 relevant.
Gefördert werden hier Soft- und Hardwarelösungen, die im Zusammenhang mit der Einrichtung oder Anwendung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems stehen.
Dazu können unter anderem gehören:
Energiemanagement-Software
Mess-, Steuer- und Regelungstechnik
Sensorik zur Erfassung von Energieflüssen
Mess- und Zählerinfrastruktur
Datenlogger und Gateways
Kommunikationsinfrastruktur
Schulungen zur Nutzung der Energiemanagement-Software
Die Höhe der möglichen Förderung richtet sich nach der Unternehmensgröße. Kleine Unternehmen können aktuell bis zu 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten erhalten. Für mittelständige Unternehmen sind bis zu 35 Prozent und für Großunternehmen bis zu 25 Prozent möglich.
Welche Bestandteile eines Projekts tatsächlich förderfähig sind, muss immer individuell geprüft werden. Neben den technischen Voraussetzungen spielen auch die formalen Bedingungen des Förderprogramms eine wichtige Rolle.
Für Unternehmen kann die Förderung trotzdem ein interessanter Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sein. Werden Investitionen in das Energiemanagement bezuschusst, reduziert sich der eigene Investitionsaufwand. Gleichzeitig kann das EMS dazu beitragen, die vorhandene Energieinfrastruktur effizienter zu steuern.
Wie stark sich dies auf ROI und Amortisationszeit auswirkt, hängt vom konkreten Projekt ab. Lastprofil, Energiepreise, Speichergröße, PV-Erzeugung und Betriebsstrategie bleiben entscheidende Faktoren.
Kann auch ein Batteriespeicher subventioniert werden?
Bei der BAFA-Förderung für Batteriespeicher ist eine genauere Betrachtung notwendig.
Modul 3 konzentriert sich vor allem auf Energiemanagement-Software, Sensorik sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Bei größeren Effizienzprojekten können jedoch weitere Fördermodule relevant werden.
Modul 4 beschäftigt sich beispielsweise mit Maßnahmen zur energie- und ressourcenbezogenen Optimierung von Anlagen und Prozessen. Abhängig vom Projekt kann ein Batteriespeicher in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen.
Ob eine Subvention möglich ist, hängt unter anderem vom Einsatzzweck des Speichers, der Einbindung in die vorhandene Infrastruktur, den erwarteten Energie- oder Treibhausgaseinsparungen und den technischen Anforderungen des jeweiligen Fördermoduls ab.
Deshalb lohnt es sich, die Förderfähigkeit bereits während der Planung zu prüfen. So lässt sich frühzeitig klären, welche Bestandteile eines Projekts berücksichtigt werden können und welche Nachweise erforderlich sind.
Warum Speicher, EMS und Förderung gemeinsam geplant werden sollten
Für die Planung eines Batteriespeichers reicht die Betrachtung von Kapazität und Leistung allein nicht aus. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Aufgabe der Speicher im späteren Betrieb übernehmen soll.
Bei einem Unternehmen steht möglicherweise die Reduzierung hoher Lastspitzen im Vordergrund. An einem anderen Standort soll möglichst viel eigener PV-Strom genutzt werden. Wieder ein anderes Projekt verbindet Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur.
Diese Anforderungen haben direkten Einfluss auf die Auslegung des Speichers und die Steuerungslogik des EMS.
Deshalb sollten bereits zu Beginn Lastprofile, Verbrauchsdaten und vorhandene Anlagen betrachtet werden. Daraus lässt sich ableiten, wann Energie benötigt wird, welche Lastspitzen auftreten und welche PV-Überschüsse zur Verfügung stehen.
Im nächsten Schritt können die wirtschaftlichen Ziele definiert werden. Daraus entstehen die Anforderungen an Speichergröße, Leistung, Messpunkte und EMS-Steuerung.
Auch die BAFA-Förderung sollte in dieser Phase berücksichtigt werden. Bei Förderprojekten spielt der Zeitpunkt der Antragstellung eine wichtige Rolle. Werden Maßnahmen bereits begonnen oder verbindliche Aufträge zu früh erteilt, kann dies Auswirkungen auf die Förderfähigkeit haben.
Ein möglicher Projektablauf beginnt daher mit der Analyse der vorhandenen Energieflüsse und der Definition der technischen und wirtschaftlichen Ziele. Darauf aufbauend werden Batteriespeicher, Energiemanagement und Messkonzept ausgelegt. Anschließend kann geprüft werden, welche Fördermöglichkeiten für das konkrete Projekt infrage kommen und welche Unterlagen dafür benötigt werden.
So lassen sich technische Planung, Wirtschaftlichkeit und Förderung von Beginn an aufeinander abstimmen.
HIS Renewables: Batteriespeicher und Energiemanagement als Gesamtsystem
Mit unserem Produktbereich „HIS Renewables“ unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Energieinfrastruktur auf Basis der tatsächlichen Anforderungen am Standort zu planen und zu optimieren.
Unsere „HISbatt“ Batteriespeicherlösungen sind für gewerbliche und industrielle Anwendungen ausgelegt und können für unterschiedliche Betriebsstrategien eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Peak Shaving, die Optimierung des PV-Eigenverbrauchs, die Integration von Ladeinfrastruktur und die Absicherung kritischer Verbraucher.
Das „HISems“ Energiemanagementsystem übernimmt die Steuerung innerhalb des Gesamtsystems. Es erfasst relevante Energiedaten, analysiert Lastprofile und koordiniert Batteriespeicher, PV-Anlage, Verbraucher, Ladepunkte und Netzanschluss.
Welche Betriebsstrategie dabei zum Einsatz kommt, richtet sich nach den Zielen und Voraussetzungen des einzelnen Unternehmens.
Am Anfang steht deshalb die Analyse des Standorts. Lastprofile, Energieverbrauch, bestehende PV-Anlagen und geplante Anwendungen liefern die Grundlage für die weitere Planung. Auf dieser Basis lassen sich Speichergröße und Leistung festlegen und die passende EMS-Strategie entwickeln.
Für Unternehmen entsteht dadurch eine Lösung, die auf ihre tatsächlichen Energieflüsse abgestimmt ist und verschiedene Anwendungsfälle miteinander verbinden kann.
Wann sich eine genauere Prüfung lohnt
Besonders interessant kann die Kombination aus Batteriespeicher und Energiemanagement für Unternehmen sein, die bereits eine größere PV-Anlage betreiben, regelmäßig hohe Lastspitzen aufweisen oder ihre Ladeinfrastruktur erweitern möchten.
Auch bei einem hohen oder stark schwankenden Energieverbrauch lohnt sich ein genauer Blick auf die vorhandenen Lastprofile. Häufig wird erst durch diese Analyse sichtbar, zu welchen Zeiten hohe Kosten entstehen und wo ein Speicher sinnvoll eingesetzt werden könnte.
Dabei sollten unter anderem folgende Punkte betrachtet werden:
Lastprofil und Energieverbrauch
vorhandene und geplante PV-Leistung
Speichergröße und Leistung
Peak-Shaving-Potenzial
PV-Eigenverbrauch
Ladeinfrastruktur
Netzanschlussleistung
EMS-Steuerungsstrategie
mögliche BAFA-Förderfähigkeit
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren lässt sich ableiten, welche Lösung für den entsprechenden Standort sinnvoll ist.
Förder- und Einsparpotenzial prüfen
Sie planen einen Batteriespeicher, betreiben bereits eine Photovoltaikanlage oder möchten Ihre Energiekosten und Lastspitzen reduzieren?
HIS Energy unterstützt Sie bei der Analyse Ihrer Energieflüsse und der Entwicklung eines passenden Speicher- und Energiemanagementkonzepts. Dabei betrachten wir technische Anforderungen, mögliche Betriebsstrategien und die Wirtschaftlichkeit des Projekts gemeinsam.
Auch mögliche Fördermittel können frühzeitig in die Planung einbezogen werden.
Lassen Sie unverbindlich prüfen, welches Einspar- und Förderpotenzial an Ihrem Standort besteht.
Fazit
Batteriespeicher bieten Unternehmen die Möglichkeit, Energie flexibler einzusetzen und unterschiedliche Anforderungen innerhalb der eigenen Energieinfrastruktur abzudecken. Wie wirtschaftlich ein Speicher arbeitet, hängt dabei stark vom Lastprofil, der Auslegung und der gewählten Betriebsstrategie ab.
Ein Energiemanagementsystem schafft die notwendige Transparenz über die Energieflüsse und ermöglicht es, Speicher, PV-Anlage, Verbraucher und Ladeinfrastruktur gezielt zu koordinieren.
Die BAFA-Förderung kann Investitionen in Energiemanagement-Software sowie zugehörige Sensorik und Mess-, Steuer- und Regelungstechnik zusätzlich unterstützen. Auch bei Batteriespeichern kann sich je nach Projekt eine Prüfung weiterer Fördermöglichkeiten lohnen.
Wer Energiemanagement, Batteriespeicher und Fördermöglichkeiten bereits während der Planung gemeinsam betrachtet, schafft eine fundierte Grundlage für eine langfristig wirtschaftliche Energieversorgung im Unternehmen.

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